Naturschutz Illnau-Effretikon
Prachtlibelle 

Die gebänderte Prachtlibelle: Calopterix splendens.
ProNatura Tier des Jahres 2008
Calopterix splendens,  male (pict. Buehrer)
Die gebänderte Prachtlibelle Calopterix splendens ist keine Seltenheit und in der Schweiz ungefährdet, aber sehr schön, wie schon der wissenschaftliche Name sagt.

Die Larven bewohnen Bäche und Flüsse und stellen keine allzugrossen Ansprüche an die Qualität des Wassers. Allerdings muss Sauerstoff zum atmen immer (auch in den frühen Morgenstunden) vorhanden sein. Die Larven sind Fleischfresser, auch sie beginnen klein, mit Krebschen und Wümern, aber stellen bald um auf andere Insektenlarven, hauptsächlich Mücken und insbesondere Stechmücken. Erlegt wird mit einer Fangmaske, die  blitzschnell vorschnellt, wenn sich eine Beute in Reichweite befindet (vergleiche mit der Zunge des Chamaeleons). Mückenplagen gibt es kaum um Gewässer, in denen Libellenlaven hausen.

Nach einem bis zwei Jahren im Wasser klettern sie an einem Stängel heraus und aus dieser „Larve“ schlüpft eine Libelle, die für einige Stunden an der Luft hängt und die Adern der Flügel mit Luft aufpumpt um sie zu strecken, dann müssen die Flügel noch trocknen (erstarren) und erst dann kann geflogen werden. Auch in diesem Stadium jagen und fressen sie andere Insekten.
Die Prachtlibellen sind dankbar für die Brennesseln, von denen das AWEL bei der Gewässerpflege regelmässig einen Streifen stehen lässt. Wie andere Libellen sitzt das Männchen zur Paarungszeit auf einem Ansitz und wartet auf Weibchen. Wenn ein anderes Männchen aufkreuzt, so wird es sofort vertrieben. Zur Freude des Fotographen kehrt es dann prompt zu seinem Ansitz zurück. Wenn die Brennesseln durch ein Hochwasser geknickt werden und ins Wasser hängen, so bietet dies einen guten Platz zum absetzen der Eier..

Auch wenn diese Libellenart recht gross ist, gehört sie zu den Kleinlibellen, diese falten ihre Flügel bei der Rast.
 

Calopterix splendens female (pict. Buehrer)
Calopterix splendens Weibchen

Libellen-Männchen und -Weibchen können recht unterschiedlich gefärbt sein. Bei dieser Art ist das Männchen blau und das Weibchen grün und ohne Bänder in den Flügeln.

Notizen:
Brennesseln sind ein Zeiger nicht allzugute Wasser-Qualität, besitzen aber reissfeste Fasern, aus denen früher Nesseltuch gemacht wurde. Wie schon oben erwähnt, benötigen die Libellen diese Pflanzen nur als Ansitz, Kletterhilfe etc. aber nicht als Futter 
In verschmutzen Bächen mit viel Wasserpflanzen kann der Sauerstoffgehalt während der Nacht sehr tief sinken (auch Pflanzen "atmen"); was noch verschärft wird, wenn der Bach ruhig fliesst.

Der Zürcher Vogel des Jahres 2008 ist identisch mit dem Vogel des Jahres 2007 in Kärnten.

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