Naturschutz Illnau-Effretikon 
Iris

Die Sibirische Schwertlilie, eine gefährdete Pflanze sumpfiger Wiesen
 
Noch in den Jahren des 2. Weltkrieges waren die feuchten Matten zwischen Unter-Illnau und Fehraltorf im Juni blau von tausenden von blühenden Schwertlilien (Iris sibirica). Von weitem wie von nah gesehen, war es eine berückende Pracht. Die Blüten dieser schlankwüchsigen Art sind von unvergleichlicher Eleganz. 
 

Mit der Intensivierung der Landwirtschaft ist sie weitgehend verschwunden. Das auch anderswo: Pater Johannes Heim hat 1966 schweizerische Standorte dieser Schwertlilie zusammengetragen und dokumentiert wie Bestände verschwunden sind. In den meisten Fällen war es auf Meliorationen zurückzuführen. Das Linthwerk von Escher und die Juragewässerkorrektur waren dabei besonders "erfolgreich": beim Linthwerk blieben 5 Promille, im Berner Seeland gar nichts erhalten.
(Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft Zürich 1966).
 
 
 
 
 
 

Bild: sibirische Schwertlilie, Arthur Brütsch, 8. Juni 2004

Iris sibirica, Pic: A.Bruetsch, 8.Jun.2004

 
Leonhard Schwaninger, Effretikon, bemüht sich seit Jahrzehnten, diese schöne einheimische Blütenpflanze in unserer Region zu erhalten und versucht, sie an geeignet erscheinenden Stellen wieder anzusiedeln.

Passende Standorte lassen sich nicht leicht finden. Pflanzen können an einem neuen Standort nur gedeihen, wenn die Voraussetzungen optimiert werden. Im Fall der Iris bedeutet dies, die Seggen, das Pfeifengras und die anderen Pflanzen von etwa 50 mal 50 cm mit dem Spaten auszustechen, die Erde zu entfernen, die Grassoden verkehrt ins Loch zu geben, mit der entfernten Erde aufzufüllen und noch etwas weiteren nährstoffarmen Humus zuzugeben. Darin kann gesät werden.  (Iris sibirica bevorzugt Pfeifengraswiesen und hat es gerne wechselnass.)


 
Am 7.April 2006 war eine Säaktion.
Leonhard Schwaninger beim sähen
Leonhard Schwaninger beim Säen
gesähte Iris sibirica Jungpflanze im zweiten Jahr
 Jungpflanze aus einer Aussaat im zweiten Jahr
Ganz wichtig ist, dass das Saatgut von ortsansässigen Pflanzen stammt, d.h. aus Überresten der Population, die hier seit langen Zeiten heimisch ist. Es könnte schädlich sein, irgendwelche Samen aus gärtnerischen Sortimenten auszubringen. Solche stammen meist aus entfernten Gegenden und sind oft Bastarde. Leonhard Schwaninger unterhält eine Erhaltungszucht von mehr als 70 Iris sibirica Fundorten in einem Garten und in einer Samensammlung Er führt genau Buch über die Herkünfte und die getätigten Aussaaten.

Wünschenswert wäre eine molekulargenetische Untersuchung der verschiedenen Typen aus pflanzen- geographischen und wanderungsgeschichtlichen Interessen. Seit der Eiszeit haben sich innerhalb Europas, aber auch in der Schweiz lokale Pflanzensippen gebildet. Sippen gehören zwar derselben Art an, aber sie lassen sich dennoch unterscheiden. Es ist keine gute Idee die Pflanzen innerhalb Europas zu mischen. Dies endet in einem Einheitsbrei und wir verlieren dadurch einen Teil der innerartlichen Vielfalt. Die einzig vernünftige Methode, lokal einheimischen Iris-Sippen ein Überleben zu ermöglichen, ist es, die letzten Horste zu finden, davon die Samen zu ernten und neue Standorte möglichst in der Nähe neu zu schaffen. Exakt dies wird durch Hardi Schwaninger seit Jahrzehnten gemacht.

Die zweite einheimische Art, die gelb blühende Schwertlilie (Iris pseudacorus) gedeiht an sehr nassen Standorten und ist kaum gefährdet.

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