Naturschutz Illnau-Effretikon 
   Orchideen
Orchideen
Für Orchideen muss man nicht in fremde Länder reisen oder in den Blumenladen gehen. Sie sind auch hier zuhause.

In einigen Gärten findet sich das Zweiblatt
Listera ovata
Links ist das Bild der ganzen Pflanze Anfangs April. Rechts die Blüten Ende April. Diese Pflanze ist nicht sehr anspruchsvoll und hat, wie der Namen sagt, nur zwei Blätter. Die Blüten sind unscheinbar und dennoch handelt es sich um eine richtige Orchidee.

Am 7.Juli 2007 blüht der Sumpfstendelwurz Epipactis palustris (im Naturschutzgebiet Robenhauser Ried in grosser Menge).
Photo in Effretikon.
Epipactis palustris

Auch das weisse und das rote Waldvögelein sind vorhanden, aber leider schon verblüht.
Cephalanthera rubra Cephalanthera damasonium
Das rote Waldvögelein ist ziemlich fotoscheu. Es wächst an Standorten im Wald, an denen direktes Sonnenlicht vorkommt. Was zur Folge hat, dass der Hintergrund sehr dunkel ist und die Blüte an voller Sonne steht. Diese Kontraste schafft kein Negativ-Film und eine Digital-Kamera erst recht nicht. Es braucht dann etwas Geduld, bis die Sonne hinter Wolken verschwindet und sich dieses Vögelein trotzdem abbilden lässt. Die beiden Waldvögelein wurden in der Nachbargemeinde fotografiert.

Cephalanthera sp.
Dieses blühte oberhalb Merishausen SH.

In der Gemeinde gibt es Standorte von Frauenschüeli.
Cypripedium calceolus
Auch dieses Bild ist vom Randen. Der Frauenschuh hat die grössten Einzelblüten der einheimischen Orchideen.

Epipactis atrorubens Gymnadenia conopsea
In Effretikon zu finden sind auch die braunrote Sumpwurz (Epipactis atrorubens) und die Mückenhandwurz oder langspornige Handwurz
(Gymnadenia conopsea)

Epipactis purpurata
Vor Illnau, etwas später im Jahr (Foto 13.8.2009 16:44 im Wald), blüht die violettrote Sumpfwurz Epipactis purpurata (E. sessilifolia)

Zum Naturschutz: Orchideen stehen unter Naturschutz!
Sie dürfen nicht ausgegraben werden, denn ausgraben heisst umbringen.
Es ist sehr verlockend Pflanzen auszugraben um sie in den eigenen Garten zu holen. Der Normalfall bei Orchideen ist aber, dass sie eingehen.
Orchideen brauchen Mycorhizzen. Es müsste also nicht nur die Pflanze versetzt werden, sondern auch ihr Pilz (ohne den sie nicht überleben kann); und diese Pilze sind noch heikler als die Pflanze selbst. Ein ausgewachsener Frauenschüelistock ist meist mehr als 30 Jahre alt, mit entsprechend grossem Pilzgeflecht im Boden. Was auch heisst, dass die wenigen, noch vorhandenen Stöcke absoluten Schutz verdienen.

Wer unbedingt diese Orchideen im Garten haben will, kann sie bei einem Orchideen-Gärtner im Topf kaufen. Damit bekommt man auch den vollständigen Pilz gleich mit. Die Zucht bedeutet viel Handarbeit und dauert Jahre. Die Samen brauchen eine Spezialbehandlung, um sie zum Keimen anzuregen … Es braucht sehr viel Können, Wissen und Zeit um eine Orchidee heranzuziehen.

Mycorhizzen werden auch durch andere Pflanzen gebraucht: Bäume, Erica … und selbst das Gemüse. Ihre Erforschung ist in vollem Gang.

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